Copyright © 2015
AULA-Verlag GmbH,
Alle Rechte vorbehalten.
   Home   |   Kontakt   |   Mediadaten   |   Impressum   |

 

 

VORSCHAU: Der Falke 5/2015
Schwerpunkte:
  • Landung erfolgt: ADEBAR
  • Neuer Bericht: Seltene Vögel in Deutschland
  • Fotogalerie: Gesang und Tanz
  • Leben in der Dämmerung: Ziegenmelker
Kai Gedeon, Christoph Grüneberg, Alexander Mitschke, Christoph Sudfeldt:
Atlas Deutscher Brutvogelarten erschienen: 80 Millionen Brutpaare in 400000 Stunden

Mit der Auslieferung des Atlas Deutscher Brutvogelarten (ADEBAR) wurde nach zehnjähriger intensiver Arbeit im April 2015 begonnen. Am Gelingen des Projektes waren mehrere Tausend Akteure beteiligt – bei den Kartierungen, der Auswertung der immensen Datenmengen, der Bereitstellung und Abstimmung fachlicher Informationen, der Abfassung und Korrektur von Texten oder durch finanzielle Zuwendungen und Spenden. Zuvorderst sind die Kartiererinnen und Kartierer sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Monitoring häufiger Brutvögel zu nennen, die in unermüdlicher Arbeit die unverzichtbaren Basisdaten erhoben haben. Allein in die Erfassung der mittelhäufigen und seltenen Arten wurden mehr als 350000 Stunden investiert – meist ehrenamtlich. Im Monitoring häufiger Brutvögel kamen alljährlich über 20000 Stunden für die Feldarbeit zusammen, bei der Auswertung der Daten am Schreibtisch sicher mindestens genauso viele. Ohne dieses große Engagement wäre ADEBAR – das wohl größte und ehrgeizigste faunistische Kartierprojekt in Deutschland – nicht möglich gewesen.


Ziegenmelker (Foto: P. Gäth)
Hans-Heiner Bergmann, Peter Gäth:
Leben in der Dämmerung: Ziegenmelker

Tagsüber sitzt das Weibchen unbeweglich auf seinen zwei Eiern am Boden. Die Augen sind fast geschlossen, es scheint zu schlafen. Währenddessen ruht das Männchen ebenso bewegungslos am Boden auf einem liegenden trockenen Baumast, nicht quer, wie normale Vögel es tun würden, sondern in Längsrichtung. Beide Vögel sind durch rindenartige Gefiedermusterung perfekt getarnt. Erst in der späten Dämmerung, wenn wir Menschen nur noch Silhouetten gegen den Abendhimmel erkennen, wachen die Ziegenmelker allmählich auf. Das Männchen fliegt zu einer Singwarte hinauf, meistens einem trockenen Ast einer Kiefer oder einer Birke.


Rotschnabel-Tropikvogel (H.-K. Kappel)
Bernd Nicolai:
Hans-Christoph Kappel – Wildlife-Artist

Die 7. Ausstellung „MoVo – Moderne Vogelmaler“ (2015) in Halberstadt steht kurz bevor: Die Eröffnung wird am 20. Juni sein. Dann werden auch wieder Bilder von Hans Christoph Kappel präsentiert. Der Künstler soll hier in unserer Serie über Vogelmaler etwas näher vorgestellt werden. Mit seiner Tätigkeit, vor allem mit seinen Bildern und bisherigen Erfolgen ist er ein weiteres Beispiel für den hohen Leistungsstand der „Wildlife-Artists“ in Deutschland. Schließlich kommen wir damit auf dem Weg, dieses Thema und die Künstler mehr ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, wieder ein Stück näher.

weitere Inhalte
Beobachtungstipp:
Christopher König, Christoph Moning, Christian Wagner, Felix Weiß:
Die Unterelbe bei Nordkehdingen – Uferschnepfen und Weißwangengänse in maritimer Umgebung

Anita Schäffer:
Dialekte und Hüpfflug: Ortolan
Der Ortolan ist die einzige Art unter den mitteleuropäischen Ammern, die während der kalten Jahreszeit bis weit über das Mittelmeer hinaus wegzieht, um den Winter in wärmeren Gefilden zu verbringen. Leider ist ihm diese Verhaltensweise zum Verhängnis geworden, denn der früher auch als „Gartenammer“ bekannte Ortolan wird auf dem Zug durch Frankreich und Italien häufig zur fragwürdigen Delikatesse „Fettammer“.

Verena Keller:
EBBA2: Neuer Verbreitungsatlas der Brutvögel in Europa
Der vom European Bird Census Council (EBCC) 1997 publizierte erste Verbreitungsatlas der Brutvögel in Europa war ein Meilenstein für die Ornithologie und den Vogelschutz in Europa. Ob als Basis für Artenschutzprojekte oder für Modellierungen von Verbreitungsveränderungen aufgrund des Klimawandels, die Daten des EBCC-Atlas sind auch heute noch begehrt. Doch seit der Datenerhebung in den 1980er Jahren sind dreißig Jahre vergangen. In dieser Zeit hat sich die Landschaft in Europa massiv verändert, sodass es Zeit für eine Neuauflage ist.

Christopher König:
Dritter Bericht der Deutschen Avifaunistischen Kommission: Seltene Vögel in Deutschland 2013
Die dritte Ausgabe der Reihe präsentiert erstmals bereits rund ein Jahr nach den letzten enthaltenen Beobachtungen einen vollständigen Bericht über das Auftreten von Seltenheiten in Deutschland. Nach dem Doppeljahrgang 2011/2012 konnte mit dem Seltenheitenbericht für das Jahr 2013 in enger Zusammenarbeit mit den Avifaunistischen Landeskommissionen an internationale Vorbilder angeknüpft werden. Das Herzstück des Berichtes bildet wie in vorherigen Ausgaben der Bericht der Deutschen Avifaunistischen Kommission (DAK). Darüber hinaus bietet „Seltene Vögel in Deutschland 2013“ Beiträge zum Auftreten der Pazifischen Ringelgans sowie zum Vorkommen des Grünlaubsängers in Deutschland. Das Heft enthält auch die zum 1.1.2015 überarbeitete nationale Meldeliste mit ausführlichen Begründungen zu gestrichenen Arten und einen Beitrag zum Umgang der DAK mit Beobachtungen schwer zu kategorisierender Vögel.

Leserzuschriften:
Merksätze zum Lernen von Vogelgesang

In der Märzausgabe von Der Falke forderten wir unsere Leser auf, uns ihre Merksätze zu den Stimmen von Vögeln im Frühjahr mitzuteilen. Wir haben eine Auswahl der zahlreichen Einsendungen zusammengestellt – darunter viele, die wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten im Umlauf sind, aber vielleicht auch die eine oder andere weniger bekannte Eselsbrücke.

Fotogalerie:
Gesang und Tanz
Während der Balz, die der Paarbildung und -erneuerung ebenso wie als Paarungsvorspiel dient, bieten Vögel die unterschiedlichsten Fotomotive. Männchen setzen sich in Positur, sie stellen ihre körperliche Fitness zur Schau. Häufig tragen gerade die Männchen im Frühjahr ihr Prachtkleid. Mit Gesang und „Tanz“ versuchen sie, den Weibchen zu imponieren und sie zur Paarung zu bewegen oder Kontrahenten in die Flucht zu schlagen, notfalls auch durch tatsächliche Kämpfe. Oft sind die Vögel abgelenkt und lassen sich leichter fotografieren.

Thomas Krumenacker:
Neue Abstandsempfehlungen für Windkraftanlagen: Ministerien bremsen Vogelschutzwarten
Der Ausbau der Windenergie in Deutschland boomt und eilt von Rekord zu Rekord. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Zahlen des Bundesverbands Windenergie und des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau 1766 Windkraftanlagen an Land neu errichtet. Dies sind gemessen an der installierten Leistung fast 60 Prozent mehr als 2013 und ebenfalls deutlich mehr, als die jährlichen Ausbauziele der Bundesregierung vorsehen. Mittlerweile drehen sich damit nun die Rotoren von rund 25000 Windkraftanlagen in Deutschland und der Druck auf die verbliebenen Freiflächen bleibt weiter enorm hoch. Denn zum Erreichen des Ziels der Bundesregierung, bis zum Jahr 2030 50 Prozent und bis 2050 sogar 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, müssen in allen Bundesländern weiter große Flächen mit Windrädern gepflastert werden. Naturschutzaspekte stehen damit unter einem immer größeren Druck und der Artenschutz droht trotz gegenteiliger Beteuerungen auf der Strecke zu bleiben. Wie stark der politische Gegenwind für den Artenschutz ist, bekommen in diesen Monaten in bislang nicht bekannter Härte die Vogelschutzwarten der Länder zu spüren, die sich als Fachbehörden um einen kompetenten Ausgleich der Interessen des Ausbaus der erneuerbaren Energien und des Naturschutzes bemühen.

Thomas Krumenacker:
Feuer frei auf Zugvögel in Malta: Vogelschützer unterliegen in historischem Referendum
Schlechte Nachrichten für den Vogelschutz aus Malta: In einer Volksabstimmung hat eine hauchdünne Mehrheit der Malteser Mitte April für die Beibehaltung der Frühjahrsjagd votiert. Damit bleibt die kleine Mittelmeerinsel das einzige Land in der Europäischen Union, in dem die Jagd auf Zugvögel unmittelbar vor Beginn der Brutperiode erlaubt ist. Die Jägerlobby setzte sich mit sehr knapper Mehrheit von 50,4 Prozent der gültigen Stimmen durch. Nur 2220 Stimmen fehlten, um der Frühjahrsjagd auf Turteltauben und Wachteln ein Ende zu bereiten. Trotz der Niederlage zeigt der knappe Ausgang aber auch, dass die Malteser die Geduld mit der ungezügelten Vogeljagd im Land mit der weltweit höchsten Jägerdichte verlieren. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 75 Prozent, auch das ein weiterer Hinweis, wie umstritten die Jagd in Malta ist.

Thomas Krumenacker im Gespräch mit Natalino Fenech:
„Es geht nur mit den Jägern“
Unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Volksabstimmung sprach DER FALKE mit Natalino Fenech. Der Ornithologe und Journalist hat das Ausmaß der Jagd auf Malta Mitte der 1990er Jahre in seinem Buch „Fatal Flight“ enthüllt. Er errechnete darin, dass in Spitzenjahren in jedem Frühling bis zu 376000 Turteltauben auf Malta geschossen wurden. Solche Jagdstrecken gibt es heute, nach dem dramatischen Einbruch der Turteltaubenpopulation nicht mehr. Dem European Bird Census Council zufolge verringerte sich die europäische Population zwischen 1980 und 2012 um fast 80 Prozent. Die Fragen stellte Thomas Krumenacker.

Viktor Wember:
Raubwürger oder Großer Wächter? Umbenennung von Vogelarten
Wenn ein leidenschaftlicher Vogelbeobachter erfährt, dass es in seiner Umgebung wieder ein Brutvorkommen des an vielen Orten verschwundenen Raubwürgers gibt, wird er sofort begeistert sein. „Raubwürger“ – das heißt für ihn: eine seltene Art, ein Vogel mit faszinierenden Kontrasten einer schwarz, weiß und grauen Färbung, und der größte Vertreter seiner Familie. Wenn man die Art jedoch nicht kennt, klingt der Name „Raubwürger“ zunächst nicht unbedingt sympathisch.

Veröffentlichungen:
Gröbel, B.-T. & M. Hormann: Geheimnisvoller Schwarzstorch – Faszinierende Einblicke in das Leben eines scheuen Waldvogels
Schreiber,   I.B.R., B.M. Weiß, J. Hemetsberger & K. Kotrschal: The Social Life of Greylag Geese – Patterns, Mechanisms and Evolutionary Function in an Avian Model System

Suche
Heute ist der
Aktuelle Ausgabe
Aktuelle Ausgabe
April 2015
Der FALKE ist im gut sortierten Kiosk und allen großen Bahnhofs-buchhandlungen erhältlich. In jedem Heft finden Sie Nachrichten und Termine, TV-Tipps, Kleinanzeigen, Rätselfoto ...

 
Unser Tipp
F. Bairlein / J. Dierschke / V. Dierschke u.a.:
Atlas des Vogelzugs
Ringfunde deutscher Brut- und Gastvögel
586 S., 71 farb. Abb., 17 s/w-Abb., 950 Karten, geb. AULA-Verlag.
ISBN: 978-3-89104-770-5
49,95 €

Bestellung beim AULA-Verlag