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Jetzt erschienen: Das FALKE-Sonderheft 2014 "Eulen"


Der Falke 10/2014
Schwerpunkte:
  • Biologische Vielfalt und Pestizide: Feldvögel im Sinkflug
  • Vogelschutz: Die Rolle der Populationsbiologie
  • 100 Jahre nach ihrem Aussterben: Neues von der Wandertaube
  • Vogelzug: Mornellregenpfeifer
Kiebitz (Foto: H.-J. Fünfstück)
Hermann Hötker, Christoph Leuschner:
Im Sinkflug: Biodiversität in der Agrarlandschaft

Seit längerer Zeit ist bekannt, dass die Bestände der Vögel der Agrarlandschaft im Vergleich zu anderen Artengruppen besonders stark zurückgehen. Eine neue Studie im Auftrag der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz stellt nun den Zusammenhang mit der Entwicklung der Landwirtschaft seit den 1950er Jahren her und analysiert die Wirksamkeit verschiedener Ansätze des Naturschutzes. Neben den Vögeln wird auch die Flora der Äcker und des Grünlands betrachtet, deren Bestandsverluste zum Teil noch dramatischer sind. Die Studie zeigt einige mögliche Wege zur Besserung der Situation in Deutschland auf, wobei Beispiele aus dem Ausland als Vorbild dienen. Hier sollen die wesentlichen Ergebnisse der Studie kurz zusammengefasst und ein Ausblick auf mögliche weitere Aktivitäten gegeben werden.


Rotmilan (Foto: M. Burkhardt)
Michael Schaub:
Was kann die Populationsbiologie zum Vogelschutz beitragen?

Das Verhindern von Bestandsabnahmen oder Aussterbeereignissen von Populationen sind elementare Ziele im Vogelschutz. Dazu kann die Populationsbiologie einen wichtigen Beitrag leisten. Sie erforscht die Gründe einer beobachteten Bestandsabnahme oder sagt voraus, wie sich ein Bestand zukünftig entwickeln wird. Dieses Wissen ist für die Vogelschutzpraxis von großer Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz von Arten und Lebensräumen.


Präparat Wandertaube (Foto: T. Krumenacker)
Thomas Krumenacker:
100 Jahre nach ihrem Aussterben: Neues von der Wandertaube

Die Wandertaube (Ectopistes migratorius) war einst die häufigste Vogelart der Erde. Bis zu fünf Milliarden dieser gut ringeltaubengroßen Vögel überzogen den nordamerikanischen Kontinent mit unvorstellbar dichten Schwärmen, ihre hunderte Quadratkilometer umfassenden Brutkolonien wurden wegen ihrer Größe „Städte“ genannt. Und doch starb die Art innerhalb nur weniger Jahrzehnte aus. Jagd und Zerstörung ihrer Lebensräume gelten als Ursachen. Die Wandertaube steht weltweit als Symbol für das vom Menschen verursachte Artensterben. Wissenschaftler aus den USA und Taiwan haben nun mit Genanalysen einen möglichen weiteren Faktor für das rasante Tempo des Aussterbens der Vogelart ausgemacht, mit relevanten Schlussfolgerungen für die heutige Artenschutzdebatte: Natürliche Populationsschwankungen.

weitere Inhalte
Beobachtungstipp:
Christopher König, Christoph Moning, Christian Wagner, Felix Weiß:
Die Lippeaue zwischen Vellinghausen und Lippstadt in Nordrhein-Westfalen – Naturerlebnisse im Auenland

Anita Schäffer:
Tote Fische und Plastikmüll: Schwarzmilan
Der Schwarzmilan gilt als weltweit häufigster Greifvogel. Seine Ansprüche an Nahrung und Neststandort sind relativ gering, sodass der Schwarzmilan in weiten Teilen Europas, Asiens, Afrikas und Australiens vorkommt, wobei mehrere Unterarten unterschieden werden; die beiden gelbschnabeligen Unterarten Afrikas sind mittlerweile als eigene Art zusammengefasst.  In Mitteleuropa brütet die Nominatform Milvus migrans. Häufig sieht man den Schwarzmilan hier in der Nähe von Gewässern, wo er lebende oder tote Fische erbeutet.

Hermann Hötker, Teresa Jahn, Rainer Oppermann, Richard Bleil:
Bedeutende indirekte Effekte: Pestizide und Vögel der Agrarlandschaft
Etwa die Hälfte der Oberfläche Deutschlands wird von landwirtschaftlichen Nutzflächen bedeckt, die vielen Vogelarten Lebensräume bieten, sei es zur Brut oder wenigstens vorübergehend zur Nahrungssuche oder zur Rast. Die Bestände der in Agrarlandschaften in Deutschland und Europa vorkommenden Arten gehen jedoch überwiegend zurück, vor allem aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft und damit einhergehender Anwendung synthetischer Pflanzenschutzmittel (PSM). Eine vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Literaturstudie soll Aufschluss über die Auswirkungen von PSM-Anwendungen auf Vögel und Säuger der Agrarlandschaft geben. Mithilfe der Ergebnisse können Hinweise auf mögliche Maßnahmen zur Regulierung des Risikos erarbeitet werden.

Thomas Krumenacker im Gespräch mit Ian Newton:
„Die Zukunft mancher Arten sieht düster aus“
Aus Anlass des 100. Jahrestags des Aussterbens der Wandertaube sprach Der Falke mit Ian Newton, einem der weltweit führenden Spezialisten für die Ökologie der Vögel. Er ist Autor zahlreicher Standardwerke, darunter „The Ecology of Bird Migration“ (2007) und „Bird Migration“ (2010). Zuletzt erschien von ihm „Bird Populations“ (2013). Ian Newton war Vorsitzender der Royal Society for the Protection of Birds, Präsident der British Ornithologists Union und der British Ecological Society. Er lehrt als Gastprofessor an der Universität Oxford. Die Fragen stellte Thomas Krumenacker.

Stefan Stübing, Johannes Wahl:
Von einer Seltenheit zum „alten Bekannten“? Herbstrast des Mornellregenpfeifers 2014 in Deutschland
Auch im gut untersuchten Mitteleuropa sind noch neue Erkenntnisse in der Avifaunistik möglich. Eines der besten Beispiele dafür ist der Mornellregenpfeifer. Durch stetig zunehmende, gezielte Suche innerhalb der letzten 15 Jahre wurde aus dem ehemals als Ausnahmeerscheinung oder seltenen Gast eingestuften Brutvogel der Bergtundra Skandinaviens und Russlands ein stellenweise regelmäßiger Rastvogel, der bei seinem nur auf wenige Tage beschränkten Aufenthalt in unseren Breiten zuvor meist übersehen wurde. Der Aufruf zu gezielten Kontrollen und die Sammlung der Beobachtungen über ornitho.de seit dem Herbst 2011 haben unsere Kenntnisse über diesen charismatischen Regenpfeifer nochmals sehr deutlich erweitert. Die teils unerwarteten Ergebnisse des Herbstzuges 2014 werden hier dargestellt, verbunden mit einem herzlichen Dank an alle Mornell-Begeisterten für die Übermittlung ihrer Beobachtungen und ihr beeindruckendes Engagement bei der Suche.

Veröffentlichungen:
Böckermann, T., J. Reich & W. Rolfes: Die Rückkehr der Seeadler
del Hoyo, J. & N. J. Collar (Hrsg.): Illustrated checklist of the birds of the world. Volume 1 Non-Passeriformes
Stephenson, T. & S. Whittle: The Warbler Guide

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Unser Tipp
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