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Der Falke Mai 2007
Schwerpunkte:
  • Silberreiher – die großen Weißen kommen
  • Schicksale im Wald: Höhlenbrüter
  • Inselidyll Lord Howe
  • 139 Jahre verschollen: Großschnabel-Rohrsänger
Silberreiher
Thomas Brandt:
Silberreiher – Die großen Weißen kommen

Vor gut zwei Jahrzehnten waren Silberreiher in Deutschland Ausnahmegäste. Selbst in großen Feuchtgebieten und Seenlandschaften Süddeutschlands gab es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts allenfalls einzelne Feststellungen. Mittlerweile sind die großen weißen Reiher bis in den Norden unseres Landes regelmäßige Gäste, mitunter auch in größerer Zahl und sogar als Überwinterer. Dies mag mit dem Klimawandel zusammenhängen. Sicher aber spielen dabei aber auch andere Ursachen eine Rolle. Zur bisherigen Entwicklung eines sehr auffälligen Einwanderers fasst Thomas Brandt alles Wesentliche zusammen, Ergebnis der Aufmerksamkeit vieler Vogelbeobachter. Wir sind aber sicher, dass sein Bericht nur ein Zwischenstand sein kann, denn vielleicht brüten in diesem Sommer die ersten Silberreiher in Deutschland und läuten damit eine neue Phase ihrer Verbreitungsgeschichte in Europa ein.



Kleiber
Egbert Günther, Michael Hellmann:
Langzeitkontrolle: Bruthöhlen für Vögel im Laubwald

Die Waldbewirtschaftung wird jetzt nach der Neuorientierung der Forstverwaltungen mit Umstrukturierungen bei wachsendem Holzverbrauch für die heimische Vogelwelt ein Thema von existenzieller Bedeutung. Ergebnisse langfristiger Beobachtungen und Untersuchungen sind nötig, um Gefahren rechtzeitig erkennen zu können. Höhlenbrüter zählen zu den am besten untersuchten Vögeln überhaupt. Doch 20 Jahre Kontrolle von Naturhöhlen von Egbert Günther und Michael Hellmann in einem nicht bewirtschafteten Wald liefert teilweise überraschende Einsichten und wieder einmal ein Beispiel, wie Langzeitbeobachtungen die in sie gesteckte Geduld belohnen.



Großschnabel-Rohrsänger
Norbert Schäffer:
Großschnabel-Rohrsänger – Wiederentdeckung nach 139 Jahren

Selbst bei den wohl von allen Tierklassen am besten untersuchten Vögeln gibt es neue Arten zu entdecken oder als verschollen angesehen Arten wieder ausfindig zu machen. Die kurze, aber spannende Geschichte des Großschnabel-Rohrsängers zeigt, dass man dazu nicht unbedingt in weltabgelegene und kaum erforschte Gebiete vordringen muss und dass es sich auch lohnen kann, alte Museumssammlungen mit modernen Mitteln zu untersuchen. Die Zeit, bisher unbekannte Arten zu entdecken und vor allem Genaueres über sie zu erfahren, ist noch nicht vorbei. Beim Großschnabel-Rohrsänger fängt die Ermittlung der grundlegenden Daten jetzt erst an. Man darf gespannt sein, was die nächsten Jahre bringen.


weitere Inhalte
Beobachtungstipp:
Thomas Brandt, Cordula Jülch, Kilian Wasmer:
Das Biosphärenreservat Mittelelbe in Sachsen-Anhalt

Hans-Joachim Fünfstück:
Flechten als Vogelnahrung – normal oder Ausnahme?

Heidemarie & Bernd Eichstädt:
Lord Howe Island – Welterbe im Südpazifik

Jennie Bödeker:
Haubentaucher brütet auf Zivilisationsmüll

Leserumfrage 2007

Veröffentlichungen:
Constantine, Mark & The Sound Approach: The Sound Approach to birding – A guide to understand bird sound
Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Atlas der Brutvögel in Mecklenburg-Vorpommern

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