Thomas Krumenacker: Blühende Landschaften und Dürre: Die Vogelwelt der Wüste Israels
Der Süden Israels ist unter Vogelbeobachtern seit Jahren längst mehr als ein Geheimtipp. Die Lage des kleinen Landes an der Schnittstelle dreier Kontinente, die gute Infrastruktur und nicht zuletzt die für die Nahost-Region beispiellose Zugänglichkeit fast aller Beobachtungsgebiete für Besucher haben zur Renaissance des Birdwatching-Tourismus geführt. Die Wüstenregion entlang der Grenze zu Jordanien zwischen dem Toten Meer und Eilat am Roten Meer ist einerseits ein Birdwatching-Paradies mit der Möglichkeit, zur Zugzeit Zehntausende Vögel am Tag zu sehen. Bei genauerer Betrachtung sind die Negev-Wüste und das Arava-Tal jedoch auch Schauplatz dramatischer ökologischer Veränderungen mit erheblichen Auswirkungen auf die Vogelwelt. Denn auch in Israel hält der Druck auf natürliche Lebensräume unerbittlich an, und der Klimawandel hinterlässt in den sensiblen Wüsten-Ökosystemen besonders rasch seine Spuren. Vom immensen Landfraß für Straßenausbau und Hotelbauten sind alle Vogelarten betroffen. Im Süden Israels kommt ein weiterer, gravierender Faktor menschlichen Eingreifens hinzu: die Landwirtschaft. Neben Opfern gibt es aber auch Profiteure, und zwar die europäischen Zugvögel.
Auerhahn (Foto: S. Klaus)
Siegfried Klaus: Nationalpark Šumava: Herzloser Umgang mit Europas „wildem Herzen“
Am Ende einer fast 100-jährigen Entwicklungsgeschichte der Nationalparkidee auf beiden Seiten des tschechisch-deutschen Grenzkammes erließ die Regierung der damaligen Tschechoslowakei unter Präsident Vaclav Havel am 27. März 1991 die Verordnung über den „Narodni park Šumava“, den Nationalpark Böhmerwald. Auf 68520 Hektar ergänzt er den damals nur 13300 Hektar (heute 24000 Hektar) großen „Ersten deutschen Nationalpark Bayerischer Wald“ und macht damit den Böhmerwald zum „grünen Herzen Europas“. Neben riesigen Wäldern und Hochmooren wurden einstige Militärgebiete und das „Grüne Band“ entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs in den grenzüberschreitenden Nationalpark auf dem Mittelgebirgskamm einbezogen. Wie es um den Böhmerwald heute steht, erfahren wir in einem sehr persönlichen Bericht von Siegfried Klaus.
Fischadler (Foto: P. U. Heuer)
Thomas Brandt: Touristenattraktion am Steinhuder Meer: Die „öffentlichen“ Adler
Seeadler und Fischadler sind in Niedersachsen noch heute seltene Brutvögel. Da beide Arten nach jahrzehntelanger Abwesenheit seit 1991 wieder in diesem Bundesland brüten, steigt der Bestand langsam an. Im Jahr 2011 gab es etwa zwei Dutzend Seeadlerbrutpaare, von seinem kleineren Verwandten waren es zehn Paare. Das Steinhuder Meer, Niedersachsens größter Binnensee, ist seit über einem Jahrzehnt „Adlerland“. Seit dem Jahr 2000 brüten hier Seeadler und seit 2006 Fischadler. Beide Arten zogen 2011 nur 1500 Meter entfernt voneinander ihre Jungen auf – und das vor den Augen der Öffentlichkeit!
weitere Inhalte
Beobachtungstipp: Christian Wagner, Christopher König, Christoph Moning, Felix Weiß: Nationalpark Unteres Odertal in Brandenburg – Deutschlands wilder Osten
Anita Schäffer: Frühlingsbote und Zwillingsart: Zilpzalp Bereits ab März ist auch bei uns der namengebende Ruf des Zilpzalps zu hören. Die meisten Gärten besucht der gefiederte Frühlingsbote nur kurz. Zur Brut bevorzugt er reich strukturierte Standorte mit Unterwuchs, zum Beispiel im Wald oder in Feldgehölzen, wo ausreichend Insekten in der Vegetation vorkommen. Sind geeignete Nahrung sowie geschützte Neststandorte vorhanden, so besetzen die Vögel aber auch in Gärten, Parks und Friedhöfen ihre relativ kleinen Reviere. Mittlerweile dringen Zilpzalpe weit in Siedlungsbereiche vor. Ihre Anwesenheit verraten die kleinen Zugvögel hauptsächlich durch ihren Gesang.
Philipp Meister, Hans-Joachim Fünfstück: Navigationsgeräte zur Vogelbeobachtung: Mit dem Self-Guiding-System unterwegs in Norwegen Vogelbeobachtungsreisen in ferne Länder erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Neu auf dem Markt für Vogelbeobachtung ist das norwegische „Self-Guiding-System“, das den Beobachter mit Hilfe eines vorprogrammierten Navigationsgerätes zu besonders geeigneten Beobachtungspunkten leitet. Diese Form der Vogelbeobachtung ist speziell auf Reisende zugeschnitten, die mit relativ geringem Planungsaufwand ihre „Wunscharten“ dennoch auf eigene Faust finden möchten.
Veröffentlichungen: Hölzinger J. & H.-G. Bauer: Die Vögel Baden-Württembergs. Nicht-Singvögel 1.1 Ramacher, P.: Die Vogelwelt im Raum Kaiserslautern Schneider-Jacoby, M. & B. Stumberger: Adria-Ostküste – Vögel beobachten und Natur erleben in historischen Landschaften am Mittelmeer
Der FALKE ist im gut sortierten Kiosk und allen großen Bahnhofs-buchhandlungen erhältlich. Ebenso der FALKE-Taschenkalender 2013. In jedem Heft finden Sie Nachrichten und Termine, TV-Tipps, Kleinanzeigen, Rätselfoto ...
 
Unser Tipp
Arktischer Vogelzug im Mai in Virolahti/Finnland zu beobachten