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Der Falke 07/2012
Schwerpunkte:
  • Rückblick Frühjahr 2012
  • 40 Jahre Ramsar-Konvention: Wasservogelschutz in Deutschland
  • Seltene Vögel: Lachseeschwalbe
  • Bruterfolg bei Dohlen

Austernfischer (Foto: O. Jürgens)
Christoph Sudfeldt, Rainer Dröschmeister, Torsten Langgemach, Johannes Wahl:
40 Jahre Ramsar-Konvention: Wasservogelschutz in Deutschland

Eines der ältesten internationalen Vertragswerke zum Naturschutz, das „Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung“ – auch kurz Ramsar-Konvention genannt – wurde im Jahr 2011 40 Jahre alt: Am 2. Februar 1971 trafen sich auf Initiative der UNESCO 23 Staaten und neun internationale Organisationen in der iranischen Stadt Ramsar am Südrand des Kaspischen Meeres zur Unterzeichnung des ersten und bis heute einzigen weltweiten Abkommens, das sich mit dem Schutz eines bestimmten Lebensraumes befasst. Trotz der Vorreiterrolle der Ramsar-Konvention und beachtlicher Erfolge seit dem Inkrafttreten des Vertrages wurde das Jubiläum in Deutschland insgesamt wenig beachtet. Hat die Ramsar-Konvention an Bedeutung verloren? Sitzt der Feuchtgebietsschutz hierzulande auf dem Trockenen? Der Bericht Vögel in Deutschland 2011 zeigt, dass auch heute noch erhebliche Anstrengungen nötig sind, um die Ökosysteme von Still- und Fließgewässern, Auen, Küstengewässern, Ästuaren, Mooren und Sumpflandschaften einschließlich ihrer Vogelwelt nachhaltig und dauerhaft zu sichern.


Neuntöter (Foto: H. Glader)
Christopher König, Stefan Stübing, Johannes Wahl:
Vögel in Deutschland aktuell: Frühjahr 2012 – Faszinierende Einblicke und seltene Gäste

Mit dem einsetzenden Frühjahr zieht es Vogelbeobachter wie zu keiner anderen Jahreszeit nach draußen, die Zugvögel kehren zurück, die Gesangsaktivität nimmt stetig zu und jeder Tag könnte mit einer Überraschung aufwarten. Die Frühjahrsmonate sind deshalb seit jeher die beobachtungsreichsten des Jahres. Das zeigt sich auf beeindruckende Weise auch bei ornitho nach dessen Start im Oktober 2011: Von den 1,7 Millionen Beobachtungen, die die mittlerweile 5300 angemeldeten Personen beigesteuert haben, stammt nicht weniger als die Hälfte (!) aus den Monaten März bis Mai dieses Jahres. Diese beeindruckende Fülle an Informationen bietet nun die Gelegenheit, zeitnah einen Rückblick auf diese ereignisreiche Jahreszeit zu geben.


Dohlen (Foto: A. Hofmann)
Klaus Schmidt:
Ergebnisse langjähriger Freizeitforschung in Thüringen: Bruterfolg bei Dohlen

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) haben die Dohle zum Vogel des Jahres 2012 gewählt. Damit soll der kleine intelligente Rabenvogel ins Rampenlicht des Artenschutzes gerückt werden. Trotz der deutschlandweiten Verbreitung wissen wir über diesen unauffälligen Nachbarn des Menschen recht wenig. Langzeituntersuchungen zur Bestandsentwicklung und zur Nachwuchsrate wurden selten durchgeführt. Ein Kontrollgebiet, in dem seit Jahrzehnten das Leben der Dohle aufmerksam beobachtet und dokumentiert wird, liegt im Südwesten Thüringens.


weitere Inhalte
Beobachtungstipp:
Christoph Moning, Christopher König, Christian Wagner, Felix Weiß:
Das Ammergebirge in Bayern – Alpenvögel zwischen Schloss Neuschwanstein und Kloster Ettal

Anita Schäffer:
Halsflecke und Balzflug: Ringeltaube
Von den vier in Deutschland heimischen Wildtauben ist die Ringeltaube in Europa am häufigsten und weitesten verbreitet. Sie ist wesentlich größer als Türken-, Turtel- und Hohltaube und am ehesten noch mit letzterer zu verwechseln. Wie die Türkentaube ist die Ringeltaube ganzjährig zu beobachten. Der ehemalige Waldvogel hat längst Grünanlagen und Gärten in Städten und Siedlungen erobert, wo aufmerksame Beobachter ohne großen Aufwand vom Küchenfenster oder der Parkbank aus Einblicke in das Verhalten der Art genießen können.

Jochen Dierschke, Klaus Günther, Bernd Hälterlein:
Seltene Vogelarten in Deutschland: Lachseeschwalbe
Die Lachseeschwalbe ist eine der merkwürdigsten Seeschwalben der Welt: Im Gegensatz zu allen anderen heimischen Seeschwalben ernährt sie sich überwiegend an Land. Viele kennen die Lachseeschwalbe vor allem aus Reisen in wärmere Gefilde. Dass man sie aber auch in Deutschland ohne großen Aufwand beobachten kann, ist vielen Vogelfreunden nicht bekannt.

Martin Riesing:
Vogelbeobachtung für einen guten Zweck: 98 Teams beim Birdrace in Österreich
Beim österreichweit ausgetragenen Birdrace 2012, das in diesem Jahr fast gleichzeitig mit dem deutschen Wettbewerb stattfand (FALKE 2012,H. 6), konnte ein neuer Rekord von 240 Vogelarten aufgestellt werden. Aus Umweltschutzgründen sind beim Austrian Birdrace keine Autos erlaubt, trotzdem nahmen 98 Teams das Rennen zu Fuß, per Rad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf. Häufig wurde das Fahrrad in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln gewählt, besonders von den Top-Teams. Neben der Beobachtung der vorhandenen Vogelartenvielfalt wurden auch Spenden von Sponsoren und Teilnehmer/innen für das Anliegen des Birdrace gesammelt: ein Naturschutzprojekt im Siegesbundesland.

Veröffentlichungen:
Deutschen Ornithologen-Gesellschaft e. V. (Hrsg.): Vögel vermessen
Ineichen, S., B. Klausnitzer & M. Ruckstuhl: Stadtfauna
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. (Hrsg.): Berichte zum Vogelschutz 47/48, 2011
Völkel, U.: Heimische Tiere – Vögel: Geheimnisvolle Namen, Leben und Mythos
Westphal, U.: Die wichtigsten Vogeltipps (Audio-CD)
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Arktischer Vogelzug im Mai in Virolahti/Finnland zu beobachten

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