Schwerpunkte
- Überraschende Beobachtung: Balzende Doppelschnepfen in Bremen
- Neue Brutplätze: Vögel erobern die Städte
- Vogeleier: Mehr Kalk bitte!
- Beobachtungstipp: Das Holzmindener Wesertal

Andreas Freier, Joachim Seitz:
Überraschende Beobachtungen aus den Feuchtwiesen: Balzende Doppelschnepfen in Bremen
Die Entdeckung einer im Frühjahr oder im Herbst rastenden Doppelschnepfe ist immer ein besonderes ornithologisches Erlebnis. Noch etwas mehr Glück braucht man, um ein oder zwei Doppelschnepfen im Frühjahr bei der Balz zu sehen. Eine große Überraschung war es deswegen für Bremer Ornithologen, dass in den letzten drei Jahren in den Borgfelder Wümmewiesen bis zu fünf Doppelschnepfen balzten – und das über mehrere Tage bis zu zweieinhalb Wochen.

Wilhelm Irsch:
Städte – „Experimentierfelder“ der Evolution: Ungewöhnliche Gebäudebrüte
Die Amsel, im vorigen Jahrhundert noch als scheuer Waldvogel bekannt, ist längst zum unmittelbaren Nachbar des Menschen im Garten und am Haus geworden. Wildtauben wie Ringeltaube und Türkentaube haben die Siedlungen erobert. Der Haussperling ist erst recht nicht mehr aus unseren Städten wegzudenken und brütet nur noch ausnahmsweise wie seine Vorfahren in freistehenden Nestern – etwa im Burgenland – oder als Untermieter in den Nestern des Weißstorchs. In den Parks europäischer Städte von Heidelberg, Wiesbaden bis Barcelona, Brüssel und Paris haben sogar exotische Sittiche wie Halsbandsittiche, Alexander- oder Mönchssittiche Fuß gefasst und machen mit schrillen Rufen auf sich aufmerksam.

Hans-Heiner Bergmann:
Die Sache mit dem Kalk: Vogeleier und Schneckenschalen
Die Kohlmeise steht unter Druck. Morgen früh muss sie das Ei ablegen, das sich jetzt schon in ihrem Eileiter befindet, aber noch ohne Eischale. Über Nacht muss die Schalendrüse die Schale bilden. Erst am nächsten Morgen, nachdem es noch äußerlich am stumpfen Pol mit einem farbigen Fleckenmuster versehen worden ist, gilt das Ei als fertig zur Ablage. Aber vorher hat die Schalendrüse dringenden Bedarf an Kalk für die Eischale. Aus dem Skelett der Meise kann sie nur so viel entnehmen, dass der Muttervogel nicht geschwächt wird. Jetzt macht sich die Meise am späten Nachmittag auf die Suche nach Kalk für das beinahe fertige Ei, das sie in sich trägt.
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