Unser aktuelles Heft:

Der Falke 2/2023

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Schwerpunkte
  • Schlüsselrolle der Spechte im Wald
  • Totholzspezialist: Feldforschung am Weißrückenspecht
  • Saft als Nahrung? Zum Ringeln der Spechte

Dreizehenspecht (Foto: G. Rotheneder)

Wolfgang Scherzinger:
Zwischen Naturwald und Zukunftswald: Schlüsselrolle der Spechte

Der Wald stand lange Zeit nicht im Fokus für Vogelkunde und Vogelschutz. Nach der beschwichtigenden „Kielwasser-Theorie“ sollten ja ohnehin alle typischen Waldbewohner nachhaltige Lebensmöglichkeiten finden, trotz und dank kontinuierlicher Waldbewirtschaftung. Angestoßen vor allem durch vergleichende Studien in Altholzinseln, Naturwaldreservaten und letztlich dem neu gegründeten Nationalpark im Bayerischen Wald wurde ab den 1970er Jahren der Artenreichtum heimischer Wälder im funktionellen Zusammenhang mit komplexen Prozessen und Wechselwirkungen als unser primäres Naturerbe erkannt, mit neuer Wertschätzung dieser vielfältigen Lebensgemeinschaft. Und da spielen die Spechte zweifellos eine Schlüsselrolle.

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Weißrückenspecht (Foto: B. Herzog)

Michael Lanz, Antonia Ettwein, Gilberto Pasinelli:
Ein Totholzspezialist im Fokus: Feldforschung am Weißrückenspecht

Es ist Frühjahr in einem Wald im Tössstockgebiet im Kanton Zürich. Ab und zu hört man das Trommeln eines Spechts: Der Weißrückenspecht klopft in der Schweiz immer weiter im Westen an. Dendrocopos leucotos heißt der größte aller europäischen bunten Spechte. Nomen est omen: Das auffälligste optische Merkmal ist der weiße Rücken. Doch auch, wo die Art häufig vorkommt, sind Beobachtungen selten. Er mag es heimlich und oft verrät er seine Anwesenheit nur durch das artspezifische Trommeln, das am Ende schneller werdend ausklingt, und an einen springenden Pingpongball erinnert.

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Mittelspecht (Foto: E. Günther)

Joachim Weiss, Stefan R. Sudmann:
Saft als Nahrung? Zum Ringeln der Spechte

Manche Spechte schlagen kleine Löcher gerade so tief in den Baum, dass sie die äußere Rinde durchstoßen und die Leitungsbahnen der Bäume erreichen, was Saftfluss auslösen kann. Die Einschläge sind meist horizontal angeordnet und es entsteht ein Ringmuster. Dieses als Ringeln bezeichnete Verhalten beschäftigt Vogelkundler und Forstleute seit dem 19. Jahrhundert und ist bis heute nicht abschließend geklärt. Zahlreiche Veröffentlichungen stellen die Aufnahme von Baumsaft als saisonal wesentliche Ernährung dar, vor allem im Vorfrühling, wenn andere Nahrungsquellen knapp seien. Eingehende Analysen zur Bedeutung des Ringelns bei den heimischen Spechten sind rar. Erst kürzlich legten dazu finnische Forscher wichtige Studien vor.
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Weitere Inhalt
  • Malte Busch, Bettina Gerlach: Erste Ergebnisse: Bundesweites Specht-Monitoring Artikel kaufen.
  • Joachim Weiss: Baukastenprinzip und Variation: Lautäußerungen unserer Spechte Artikel kaufen.
  • Matthias Schlote: Untersuchungen im Nationalpark Kellerwald-Edersee: Spechtbesiedlung im Buchenwald Artikel kaufen.
  • Thomas Brandt: Gescheiterte Buntspechtbrut in einem Holzbetonnistkasten Artikel kaufen.
  • Hans-Heiner Bergmann, Joachim Weiss: Melanin-Schwächung bei Schwarz- und Buntspecht: Braun statt Schwarz Artikel kaufen.
  • Siegfried Klaus: Beobachtungen im alten Obstbaumhain: Spechte bei der Kirschernte Artikel kaufen.
  • Egbert Günther: Beim Fehlen von Schwarzspechthöhlen: Wo brüten Hohltauben? Artikel kaufen.
  • Christopher König, Andreas Leistikow, Felix Weiß: Grüne Marscheninsel im Wattenmeer: Pellworm in Schleswig-Holstein Artikel kaufen.
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