Der Falke 11/2026

Schwerpunkte

  • Schutz vor Beutegreifern: Strategien der Bekassine
  • Alle Jahre wieder: Lärm um Krähen
  • Spannungsverhältnis: Vogel und Fisch

Schreckstellung der Bekassine (Foto: Reinhard Grub)

Viktor Wember:
Schutz vor Beutegreifern: Strategien der Bekassine

Wer über eine feuchte Fläche mit niedriger Vegetation geht, scheucht gelegentlich Bekassinen auf, die nur wenige Meter vor einem auffliegen und zickzackartig schräg nach oben „himmeln“, ohne dass sie vorher am Boden zu erkennen waren. Das mag man als Beweis dafür betrachten, dass die Tarnfärbung der Bekassine sehr effektiv ist. Allerdings gilt diese Schlussfolgerung nur für die menschlichen Beobachter, die mit einem sehr schrägen Winkel auf den Boden in circa 3 bis 5 m Entfernung vor sich schauen. Ob und wie gut die Tarnung auch effektiv ist, wenn Greifvögel nach Beute spähen und senkrecht von oben nach unten blicken, sei an zwei beispielhaften Beobachtungen gezeigt. Es zeigt sich dabei: je nachdem, wo sich die Bekassine aufhält, in dichter Vegetation oder auf offenem Strand, ist ihr Verhalten bei Angreifern aus der Luft jeweils völlig anders.

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Saatkrähen (Foto: E. Bette)

Helmut Kruckenberg:
Alle Jahre wieder: Lärm um Krähen

Pünktlich in jedem Frühjahr beginnen die Saatkrähen in den noch unbelaubten Bäumen ihre Nester zu bauen und genauso pünktlich brechen die Diskussionen los. Wurden sie in den vergangenen Jahrhunderten gnadenlos verfolgt, sogar die Küken in den Nestern ausgeschossen, stehen die Saatkrähen heute unter dem strengen Schutz von Naturschutzgesetz und Vogelschutzrichtlinie. Das gefällt nicht allen. Anwohner fühlen sich belästigt, Ladenbesitzer beklagen Dreck auf den Bürgersteigen und so stehen auch wenig später Lokalpolitiker mit altbekannten „Lösungen“ in den Startlöchern. Am Ende landen die meisten Ausnahmegenehmigungen vor Gericht. Und diese entscheiden unterschiedlich. Zuletzt entschied das Verwaltungsgericht Oldenburg für die Saatkrähen.

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Haubenraucher mit Rotfeder (Foto: Hans-Heiner Bergmann)

Hans-Heiner Bergmann:
Wie Gefiederte mit den Schuppentieren umgehen: Vogel und Fisch

Es gibt erstaunlich viele Vogelarten, die sich von Fischen ernähren. Viele von ihnen müssen allerdings, um an ihre Nahrung heranzukommen, in das flüssige Milieu abtauchen, in dem sie nicht geboren sind. Dazu sind besondere Anpassungen von ihnen gefordert. Es gibt unter den Fische fressenden Vögeln nicht wenige, die einen dolchförmigen Schnabel haben: Eisvogel, Reiher, Haubentaucher, Basstölpel, auch die Alke gehören dazu. Dolch? Das erinnert an das Zustechen mit einem Mordwerkzeug. Da man unter Wasser als Beobachter nichts sehen kann, neigt man zu der Annahme, dass solche Vögel mit ihren Schnäbeln die Fische erdolchen und dann fressen. Aber tun sie das wirklich? Wie bewältigen sie die Beute aus einer fremden Welt?

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Veröffentlichungen

  • Wandkalender 2026
  • Hilbers, D. & C. Swinkels: Crossbill Naturführer Niederlande
  • Höser, N. & T. Pröhl: Die Vogelwelt der Altenburger Region

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