Der Falke – Sonderheft 2017

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Vogelschutz: Erfolge – Herausfordungen

In einer Vielzahl von aktuellen Beiträgen führender Fachleute aus dem Bereich “Vogelschutz” werden in diesem Sonderheft die vielschichtigen Aspekte des modernen Vogelschutzes übersichtlich und praxisnah vorgestellt.


Die Situation höhlenbewohnender Eulenarten, beispielsweise des Sperlingskauzes, wäre deutlich günstiger, würden bei der Bewirtschaftung von Waldflächen der öffentlichen Hand die Belange des Naturschutzes wie verlangt besonders berücksichtigt. (Foto: G. Zieger)

Wilhelm Breuer:
Von der gesetzlichen Aufgabe, Vögel zu schützen: Rechtssache Vogelschutz

Vögel zu schützen, ist eine großartige Sache, eine wunderbare Leidenschaft und wie Naturschutz im Ganzen eine seit mehr als hundert Jahren durch Gesetze für Staat und Bürger verpflichtende Aufgabe. Die Situation der Vögel hängt nicht nur, aber auch vom Gelingen ab, ihren Schutz gegen konkur-rierende Interessen rechtlich zu verankern und die rechtlichen Ansprüche in der Praxis durchzusetzen – nicht nur innerhalb, sondern auch und gerade außerhalb von Schutzgebieten. Der bilanzierend-kritische Blick auf einige aktuelle Konfliktfelder und Brennpunkte des gesetzlichen Vogelschutzes zeigt, was erreicht wurde oder mit Recht zu erreichen verlangt ist.


Von unbefestigten Feld-, Weg- und Ackerrändern profitieren u. a. auch Feldsperlinge, die hier Sand- bzw. Wasserstellen zur Gefiederpflege nutzen. (Foto: W. Glawe)

Andreas Barkow:

Vogelschutz in der Normallandschaft: Hecken, Säume, Feldwege

Der 1962 von Rachel Carson prognostizierte „Stumme Frühling“ ist bei uns mittlerweile erlebbare Wirklichkeit geworden. Vor allem in der weithin überblickbaren Feldflur ist gut erkennbar, wie wenige Vogelarten und wie wenig Individuen die Lebensräume dieser Landschaft noch besiedeln können. Die großen Schläge mit Winterweizen bedecken die Felder schon im April so vollständig und dicht, dass kaum ein Vogel hier noch einen geeigneten Lebensraum findet. Ein paar durchziehende Schafstelzen sind zu beobachten. Ganz aus der Ferne ist der Gesang einer Feldlerche zu hören.


Spechte wie der Schwarzspecht legen im Laufe der Zeit in Fäulestellen von Bäumen mehrere Höhlen an, die auch von zahlreichen anderen Tierarten teils mehrfach im Jahr genutzt werden. (Foto: W. Willner)

Klaus Brünner, Anita Schäffer:

Waldvogelschutz: Biotopbäume im Nürnberger Reichswald

Einzelbeobachter und ornithologische Arbeitsgruppen haben in Zusammenarbeit mit staatlichen Forstämtern, dem Bundesforst, dem Großprivatwald und auch einzelnen Privatwaldbesitzern in fünf Jahrzehnten dazu beigetragen, dass der Schutz von Höhlen- und Horstbäumen heute im Europäischen Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald zu den allgegenwärtigen Aufgaben in der Waldbewirtschaftung gehört.

Weitere Inhalte
  • Lars Lachmann: Erfolgsmodell mit Umsetzungsbedarf: Die EU-Vogelschutzrichtlinie
  • Norbert Schäffer: Ausverkauf des alpinen Naturerbes? Birkhuhn, Riedberger Horn und Alpenplan
  • Andreas Barkow, Volkhard Wille, Manuel Fiebrich, Susanne Klostermann: Wettlauf gegen die Zeit: Wiesenvogelschutz am Niederrhein
  • Gundolf Reichert: Artenschutz im NP Niedersächsisches Wattenmeer: Lebensraum für Strandbrüter
  • Eckhard Gottschalk, Werner Beeke: Naturschutz in der Agrarlandschaft: Zielart Rebhuhn
  • Franz Bairlein: Vom Brutgebiet bis zum Winterquartier: Zugvögel schützen – Grenzen überschreiten
  • Thomas Brandt: Beispiel für ein gelungenes Bundesnaturschutzprojekt: Der Meerbruch
  • Thomas Brandt: Nahrungsmangel in Wiesen: Insektenverluste durch moderne Erntemethoden
  • Mitmachen beim Vogelschutz
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