Schwerpunkte
- Neue Entwicklungen: Saatgänse in Deutschland
- Fressen oder flüchten: Aus dem Leben der Pfeifente
- Gute Nachrichten vom Löffelstrandläufer

Thomas Heinicke, Ingolf Todte:
Laufendes Forschungsprojekt: Saatgänse in Deutschland – neue Entwicklungen
Nordische Gänse, mit diesem Begriff werden traditionell Saat- und Blässgänse zusammenfassend bezeichnet, sind Zugvögel und verbringen in großen Schwärmen den Herbst und Winter in Deutschland. Die größten Vorkommen gibt es in Nordwest- und Ostdeutschland. Sie treffen in Deutschland ab Anfang Oktober in großen Anzahlen ein und verlassen uns Ende März wieder. Im Osten Deutschlands arbeiten Forscher seit den 1970er-Jahren speziell an Saatgänsen, von denen mit Wald- und Tundrasaatgänsen zwei verschiedene Arten auftreten. Während der Bestand der Waldsaatgans in Deutschland, beschränkt auf Überwinterungsgebiete in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, in den letzten zwei Jahrzehnten stark abgenommen hat und sich erst in den letzten Jahren eine leichte Bestandserholung abzeichnet, ist die Tundrasaatgans weitaus häufiger und kann in allen großen Gänserastgebieten in Deutschland regelmäßig als Durchzügler und Wintergast angetroffen werden. Das Zugverhalten der Gänse unterliegt einem steten Wandel, wobei insbesondere Änderungen in der Landnutzung, die Entstehung neuer Schlafgewässer unter anderem durch die Flutung ehemaliger Braunkohletagebaue, die Entstehung neuer Seen durch Kiestagebaue sowie durch zahlreiche Renaturierungsgebiete eine wesentliche Rolle spielen. Daneben reagieren auch die Gänse immer stärker auf klimatische Änderungen, unter anderem durch Verkürzung von Zugwegen. Die jahrzehntelangen Untersuchungen im Rahmen verschiedener Beringungsprojekte, ab 2008 ergänzt durch die Besenderung von Gänsen, bieten hervorragende Möglichkeiten, den Wandel im Zugverhalten eingehend zu untersuchen.

Hendrik Brunckhorst, Hans-Heiner Bergmann:
Fressen oder flüchten: Aus dem Leben der Pfeifente
Mehr als 10000 Vogelarten gibt es weltweit, aber nur 24 ernähren sich während der überwiegenden Zeit des Jahres von Gräsern. Das Problem ist dabei weniger der geringe Energiegehalt als vielmehr die schlechte Verdaulichkeit dieser Nahrung. Kühe und andere Wiederkäuer haben sich daran angepasst. In ihren Mägen speichern sie große Nahrungsmengen und kauen später erneut darauf herum: Wiederkäuer eben. Sie müssen aber nicht fliegen, sie haben keine Gewichtsprobleme wie die Vögel.

Christoph Zöckler:
Der „Panda der Küste“: Gute Nachrichten vom Löffelstrandläufer
Überall, wo ich hinschaue, sehe ich Löffelstrandläufer: Am Eingangsschild, in den Armlehnen der Parkbänke, an den Laternenpfählen, aufgemalt am Damm, an den Toilettentüren, selbst die kleinen Züge, die vom Parkplatz Gäste in das Schutzgebiet fahren, haben eine zum Löffelstrandläufer umgeformte Zugmaschine. Ich befinde mich in Tiaozini, an der Küste der Provinz Jiangsu, einem der wichtigsten Zwischenrast- und Mauserplätze des kleinen Watvogels. Aber auch in anderen Orten entlang der Küste hat sich der charismatische Strandläufer auf Wegweisern oder auf Reklameschilder verewigt.
Weitere Inhalte
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Veröffentlichungen
- Coenen, A. & P. Juranek: Unter Staren. Die Entdeckung einer unterschätzten Art
- Pascalis Dougalis, P.: Mit den Augen eines Vogelzeichners. Die Kunst der Beobachtung. Was man beim Zeichnen in der Natur lernt
- Schmidt, C.: Die blaue Stunde
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