Schwerpunkte
- Ausdruck und Tarnung: Vogelaugen
- Farbenprächtiger Endemit: Moosmantel-Bergtangare
- Vogelschutz: Rauchschwalbenfang in Nigeria

Hans-Heiner Bergmann:
Ausdruck und Tarnung eines Sinnesorgans: Vogelaugen
Die oft sehr auffällig gefärbte Iris der Vögel dürfte nicht nur für die Vogelbeobachter ein Erkennungsmerkmal abgeben, sondern auch innerhalb der Art als Signal wirken. Bei vielen Vogelarten haben die Jungvögel dunkle Augen, die farbige Iris entwickelt sich erst später zum auffallenden Merkmal. Dunkle Augen in hellem Umfeld wirken ebenfalls auffällig. Im schwarzen Kopfgefieder sind jedoch dunkle Augen bei vielen Vogelarten nur schwer zu erkennen und wirken getarnt. Damit ist auch verborgen, in welche Richtung der Vogel gerade schaut. Helle Augen wirken dagegen eher beeindruckend auf Gegenspieler. Sie verraten die Blickrichtung des Augenbesitzers.

Armin Brockner:
Farbenprächtiger Endemit der westlichen Anden: Die Moosmantel-Bergtangare
Schon auf den ersten Blick fällt der Kontrast ihrer Gefiederfarben ins Auge. Das Gesicht und der Kopf leuchten in intensivem Blauviolett, während der Rücken moos- bis olivgrün gefärbt ist. Auf der Brust prangt ein heller, leuchtend gelber Fleck, der dem Vogel in Kombination mit dem grünen „Umhang“ seinen deutschen Namen eingebracht hat.

Karl-Heinz Loske:
Neue Schutzbemühungen dringend erforderlich: Rauchschwalbenfang in Nigeria geht weiter
1995 wurde bekannt, dass in den Ortschaften Boje-Ebbaken und Boje-Enyi im südostnigerianischen Regenwald alljährlich Hunderttausende von Rauchschwalben an ihren Schlafplätzen zum Verzehr gefangen wurden. Betroffen waren Ringfunden zufolge vor allem west- und mitteleuropäische Brutpopulationen. Die Nachricht, dass die bei uns so beliebten Frühlingsboten in Massen in den Kochtöpfen Einheimischer landeten, sorgte damals für großes Aufsehen und moralische Entrüstung. Doch rasch wurde klar, dass hier – anders als in den Mittelmeerländern – nicht aus Jagdlust, sondern zur Ergänzung eines eiweißarmen Speisezettels im Regenwald gefangen wurde. Im Anschluss an die 1995er-Reise engagierten sich deshalb mehrere Naturschutzverbände und ornithologische Institute (zum Beispiel Pro Natura International, Nigerian Conservation Foundation, WWF-England, ISPRA Institut Italien) vor Ort und starteten Schutzkampagnen, um die Jagd auf die Rauchschwalben zu beenden. Vor allem die regelmäßige, persönliche Anwesenheit des italienischen Ornithologen Pierfrancesco Micheloni von 1996 bis 2008 sorgte dafür, dass vor Ort allmählich ein Bewusstsein für die globale Bedeutung des Schwalbenschlafplatzes entstand. Micheloni beringte zudem jahrelang vor Ort Tausende von Rauchschwalben.
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