Der Falke 2/2026

Schwerpunkte

  • Stiller Abschied: Goldregenpfeifer in Deutschland
  • Segen oder Fluch? Vogelbestimmung mit KI
  • Gänseparadies im Wandel: Ostfrieslands Dreistromland
  • Vogelvielfalt am Großstadtrand: Moorlinsen in Berlin

Goldregenpfeifer (Foto: Axel Degen)

Till Jonas Linke, Axel Degen, Jonas Wobker:
Stiller Abschied aus dem Moor: Das Aussterben des Goldregenpfeifers als Brutvogel in Deutschland

Als im Jahr 2022 die aktuelle Rote Liste gefährdeter Brutvogelarten in Niedersachsen und Bremen erschien, wurde 2025 leider das Aussterben einer weiteren Brutvogelart Realität. Über lange Zeit besiedelten Goldregenpfeifer die Hochmoore der nordwestdeutschen Tiefebene. Schon 2009 beschäftigte das Schicksal dieses „Sorgenkindes“ des Naturschutzes viele Ornithologen (FALKE 2009, H. 8). Das vermutlich endgültige Verschwinden der charismatischen Brutvögel steht heute stellvertretend für die Entwertung und den Verlust der Hochmoore. Der Erhalt und die Renaturierung von Hochmooren als natürlichen Kohlenstoffsenken und Lebensraum spezialisierter Tier- und Pflanzenarten sollte insbesondere in Zeiten eines voranschreitenden anthropogenen Klimawandels hohe Priorität haben.

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Mönchsgrasmücke (Foto: Johannes Klemenz)

Johannes Klemenz:
Segen oder Fluch? Vogelbestimmung mithilfe künstlicher Intelligenz

Die künstliche Intelligenz greift immer mehr in das Leben der Menschen ein, sie beeinflusst und gestaltet große Teile ihres Privatlebens und ihres beruflichen Alltags. Sichtbarer Indikator dieser wachsenden Bedeutung ist auch die Verwendung des Kürzels KI in Gesprächen, Diskussionen und Texten. Jeder weiß, was diese Abkürzung bedeutet. Die KI nimmt uns viele Aufgaben ab, die wir als unangenehm, anstrengend und belastend empfinden. Sie formuliert Geschäftsbriefe, sie erstellt Haus- und Studienarbeiten für Schüler und Studenten, sie sucht uns geeignete Unterkünfte auf Reisen, sie bringt uns sicher ans Ziel einer Fahrt mit dem Auto oder einem anderen Fortbewegungsmittel. Mithilfe von KI lassen sich inzwischen auch Bücher schreiben oder Musikstücke produzieren. Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen. Wir begreifen das Wirken von KI aber nicht nur als Bereicherung, die unser Leben vereinfacht und angenehmer macht, wir sehen auch ihre Gefahren und befürchten ihre wachsende Macht über unser Leben. Wir möchten ihr nicht in einer Weise ausgeliefert sein, dass wir die Kontrolle über unser Leben verlieren und sie abgeben an eine technische Intelligenz. Das gilt auch für die Vogelkunde.

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Gänsen, Enten und Limikolen im Holter Hammrich. (Foto: Helmut Kruckenberg)

Helmut Kruckenberg, Jessica Schmidt:
Gänseparadies früher und heute? Ostfrieslands Dreistromland im Wandel der Zeiten

Im Nordwesten bilden die beiden kleinen Nebenflüsse der Ems – Leda und Jümme – östlich von Leer eine große Niederung zwischen den ehemaligen Moorgebieten Uplengens im Norden und Rhauderfehns im Süden, landläufig das ostfriesische Dreistromland. Die beiden Flüsse schlängeln sich durch die Landschaft, nur von niedrigen Deichen eingefasst und leiten zahlreiche Radwanderer auf den Deichstraßen durch das Gebiet. Nur die wenigsten dieser Reisenden wissen um die Bedeutung dieses Gebietes für den internationalen Vogelzug heute und vor allem in der Vergangenheit. Bereits seit den 1990er-Jahren gibt es Planungen für einen besseren Schutz des Gebietes; zuletzt forderte der NABU Niedersachsen die Nachmeldung als Europäisches Vogelschutzgebiet. Doch die Geschichte als ornithologisches Kleinod reicht zurück bis in die 1940er-Jahre.

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Weitere Inhalte

  • Till Jonas Linke, Christopher König: Vogelvielfalt am Großstadtrand: Die Moorlinsen in Berlin Artikel kaufen
  • Johannes Kamp, Jakob Katzenberger, Imran Khaliq: Wiederholung früherer Bestandserfassungen: Vogelbestände – historische Entwicklungen neu betrachtet Artikel kaufen
  • Christopher König, Moritz Meinken, Stefan Stübing, Johannes Wahl: Vogelwelt aktuell – Herbst 2025: Einflüge von Sichlern und Blaumeisen Artikel kaufen

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