Schwerpunkte
- Wenn der Atem stockt: Abgebrochene Gesänge
- Vogelschutz: Rückgang der Feldsperlinge
- Vogelparadies aus zweiter Hand: Der Rysumer Nacken am Wattenmeer
- Bioakustik

Hans-Heiner Bergmann:
Abgebrochene Gesangsstrophen bei Singvögeln: Wenn der Atem stockt – mitten im Gesang
Viele Vögel unterteilen ihren Gesang arttypisch in Strophen: Sie singen nicht ununterbrochen dahin, sondern produzieren ein definiertes kurzes Gesangsstück, das man Strophe nennt. Nach einer Pause folgt eine nächste Strophe. Und so geht es weiter, jeden Frühlingstag stundenlang. Viele Naturfreunde horchen schon im frühen Frühjahr nach den unverkennbaren Strophen des Buchfinken. Obwohl Buchfinkengesang in gewissen Grenzen variabel ist, gibt es Sprüche, mit deren Hilfe man die Strophe wiedergeben und sich merken kann. So ein Merkspruch lautet „Ich ich ich schreib an die Regierung“ oder „Bin bin bin ich nicht ein schöner Bräutigam“. In diesen Sprüchen sind schon wichtige Merkmale der Strophe festgehalten. Aber der Buchfink singt sie oft nicht vollständig. Da fehlt dann am Ende der Strophe der „Bräutigam“ oder die „Regierung“ oder noch mehr.

Jens Schöller:
Vogelkartierungen: Bioakustik – Gamechanger im Dornröschenschlaf
Besuche von Vogelbeobachtungs-Hotspots werden meist mit vielen und oft auch seltenen Beobachtungen belohnt. Manch seltener Vogel wird sogar mehrmals täglich von verschiedenen Beobachtern gemeldet. Andere Gebiete in Deutschland werden dagegen selten oder gar nicht von Ornithologen aufgesucht. Aber gibt es abseits von Hotspots tatsächlich so wenig Arten zu entdecken, wie der Blick in die Portale vermuten lässt? Auch bei ADEBAR, Wintervogelatlas oder beim Blick in das Ornitho-Regioportal fallen unberührte Quadranten auf. Selbst Informationen zu häufigen Arten können in solchen Regionen fehlen. Probleme bereiten auch schwer zu fassende Arten wie Eulen, Haselhuhn oder Waldschnepfe. Auch in Datenbanken der Behörden existieren große Lücken bei den Erfassungen. Zum einen in bestimmten Regionen, zum anderen bei bestimmten Arten. Dabei wären flächendeckende Erfassungen in Anbetracht des aktuellen Flächenverbrauchs heute überaus wichtig, auch mit Blick auf die Energiewende, wo große Gebiete für Wind- und Solarparks ausgewiesen und Artvorkommen sehr kleinräumig belegt werden müssen. Nach den letzten Gesetzesänderungen werden Vorhabensträger in Zukunft von der Verpflichtung zu einer vorausgehenden speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung innerhalb ausgewiesener Vorranggebiete entbunden. Artvorkommen werden somit im Vorfeld nicht erfasst und mögliche Veränderungen im Artenspektrum werden nicht erkannt, da Ausgangsdaten fehlen. In all diesen Fällen könnte der Einsatz autonomer Audiorekorder einen Beitrag leisten, Lücken zu schließen.

Thomas Brandt, Heidi Ellersiek, Eckhard Gottschalk u.a.:
Auf der Spur: Zum Rückgang der Feldsperlingsbestände
Der Rückgang des Feldsperlings ist in Deutschland noch ungebrochen. Doch seit wir in Der Falke 2024, Heft 5 erstmals über das nicht zu übersehende Verschwinden des in unserer Agrarlandschaft und in den ländlichen Siedlungsgebieten einstmals häufig vorkommenden Vogels berichteten, hat sich der Rückgang nochmals beschleunigt und vorher verschonte Gebiete erreicht. Mitten in Deutschland im Bundesland Hessen ist der Bestand beispielsweise auf 14 % des Wertes aus dem Jahr 2006 gesunken. Seit 2024 bemüht sich das Netzwerk Feldsperling (FALKE 2025, H. 5), das Phänomen aufzuklären und ruft dazu auf, tote Feldsperlinge für Laboruntersuchungen einzusenden. Erste Ergebnisse aus der Arbeit des Netzwerkes liegen vor und lassen zumindest einige Ursachen unwahrscheinlicher werden.
Weitere Inhalte
- Malte Georg, Christopher König, Till Jonas Linke: Weiße Klippen und alte Wälder: Nationalpark Jasmund in Mecklenburg-Vorpommern Artikel kaufen
- Mathieu Franzkeit: Das „Salz in der Suppe“ für Raritätenjäger: Unzugängliche Vögel der Welt Artikel kaufen
- Eberhard Giese: Ein Vogelparadies aus zweiter Hand: Der Rysumer Nacken Artikel kaufen
Veröffentlichungen
- Caughey, M.: How to Read a Chicken’s Mind. Wie deine Hühner denken, fühlen, lernen und sich mitteilen
- Jenny, D., S. Denis & H. Haller: Der Steinadler. Eine Rückeroberung im Alpenraum
Außerdem eine Übersicht der bekanntesten deutschen Vogelpodcasts
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