Der Falke 9/2026

Schwerpunkte

  • Monitoring per Drohne: Purpurreiher
  • Chancen für die Natur: Biber und Vögel
  • Rückkehr des Wiesenschmätzers: Braunkehlchen im Westerwald
  • Vielseitige Schutzmaßnahmen: Das Kiebitzprojekt in Rheinland-Pfalz

Braunkehlchen (Foto: W. Burens)

Klaus Fischer, Volker Hartmann, Holger Krafft, Markus Kunz:
Erfolgreiche Kooperation mit der Landwirtschaft: Braunkehlchen – die Rückkehr des Wiesenschmätzers im Westerwald

Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) gehört zu den großen Verlierern der modernen Landwirtschaft. Auch im Westerwald brachen seine Bestände in den letzten Jahrzehnten dramatisch ein. Doch ein gezielt auf die verbliebenen Restpopulationen ausgerichtetes Schutzprojekt zeigt, dass erfolgreicher Wiesenvogelschutz möglich ist. Durch eine enge Kooperation mit der Landwirtschaft zur Umsetzung extensiver Bewirtschaftung mit Spätmahd und rotierenden Brachestreifen konnten sich die Bestände innerhalb weniger Jahre deutlich erholen. Hier lesen Sie, wie sich die Population im Westerwald entwickelt hat, welche konkreten Schutzmaßnahmen angewendet werden und warum Spätnutzung und strukturreiches Extensivgrünland für die Art unverzichtbar sind.

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Europäischer Biber (Foto: W. Forster)

Hans-Valentin Bastian, Stefanie Venske:
Chance für die Natur, Konfliktpotenzial für den Menschen: Wo Biber wirken, wächst die Vogelwelt

Die Rückkehr des Europäischen Bibers (Castor fiber) zählt zu den auffälligsten Entwicklungen des mitteleuropäischen Naturschutzes der vergangenen Jahrzehnte. Nachdem die Art im 19. Jahrhundert in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets ausgestorben war, breitet sich der Biber heute wieder zunehmend aus – auch in Rheinland-Pfalz. Als semiaquatische Schlüsselart und sogenannter „Ökosystemingenieur“ gestaltet der Biber Gewässer- und Auenlandschaften in erheblichem Maße. Durch den Bau von Dämmen und Burgen entstehen kleinräumig strukturierte Lebensräume mit einem Mosaik aus Fließ- und Stillgewässern, Röhrichten und wechselfeuchten Uferzonen. Es ist zu erwarten, dass diese neu geschaffenen Habitatstrukturen gewässergebundenen Arten neue Brut-, Rast- und Nahrungshabitate bieten und die Entwicklung sowie Zusammensetzung der entstehenden Lebensgemeinschaften beeinflussen können. Anhand eines Fallbeispiels berichten wir, wie die Ansiedlung eines Bibers die Vogelfauna eines Gewässersystems veränderte und welche Arten von den neu entstandenen Lebensräumen profitierten.

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Purpurreiher (Foto: Mathias Schäf)

Martin von Roeder:
Erfahrung aus fünf Befliegungsjahren: Purpurreihermonitoring mit der Drohne in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz gehört der Purpurreiher seit knapp sechzig Jahren zu den regelmäßig brütenden Vogelarten; der erste gesicherte Brutnachweis erfolgte 1967 in der Nähe von Germersheim. Historische Daten weisen allerdings bereits auf frühere Brutvorkommen am pfälzischen Oberrhein hin. Aktuelle Brutvorkommen der Jahre 2018 bis 2025 verteilen sich auf insgesamt elf Gebiete am Oberrhein zwischen dem Eich-Gimbsheimer Altrhein im Norden und dem Großen Altwasser bei Neuburg am Rhein im Süden. Die Entfernung zwischen den Gebieten beträgt knapp 90 km.

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Weitere Inhalte

  • Andrea Tappert: Forschung, Natur- und Artenschutz, Umweltbildung: Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) Artikel kaufen
  • Alexander Neu, Christopher König, Till Jonas Linke: Erfolgreiche Renaturierung: Die Seegrabenniederung bei Worms in Rheinland-Pfalz Artikel kaufen
  • Gerardo Unger Lafourcade: Vielseitige Schutzmaßnahmen: Das Kiebitzprojekt Rheinland-Pfalz Artikel kaufen
  • Ludwig Simon, Melanie Wagner: Unsichtbar und nachtaktiv: Der Ziegenmelker im Südosten von Rheinland-Pfalz Artikel kaufen

Veröffentlichungen

  • Gerischer, K.: Leuchtwelt
  • Pöppelmann, B.: Mein Moor – Streifzüge durch das Emsdettener Venn
  • Stocker, M., S. Meyer & I. Scholl: Wildtiere am Haus – So gelingt das Miteinander
  • von Lossow, G. & E.: Der Uhu in Bayern. Rückkehr eines Ureinwohners

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