Der Falke 7/2019

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Schwerpunkte
  • Vogelwelt in der Sperrzone: Tschernobyl
  • Kann sie noch gelingen? Naturverträgliche Energiewende
  • Erfolgreicher Schutz: Wiesenbrüter
  • Beobachtungstipp: Der Solling in Niedersachsen
  • Brutparasit und Raupenvertilger: Kuckuck

Uhu in verfallenem Haus (Foto: V. Yurko)

Valery Yurko:
Was machen Kulturfolger ohne den Menschen? Die Vogelwelt in der Sperrzone von Tschernobyl

Aufgrund der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 33 Jahren wurde ein riesiges Gebiet im Südosten von Weißrussland zur Sperrzone. Für Menschen galt generell zunächst „Betreten verboten“. Im Jahr 1988 richtete die Regierung der Polesje in der betroffenen Region großflächig ein Schutzgebiet ein, das Polesje Radiation and Ecological Reserve. Ursprünglich war die Fläche einigen wenigen Wissenschaftlern zur Erforschung des Einflusses von Radioaktivität auf die Umwelt und das Monitoring der Veränderungen zugänglich gemacht worden, aber auch Biologen haben hier spannende Erkenntnisse gewonnen, vor allem über Kulturfolger unter den Vögeln.

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Seeadler (Foto: T. Krumenacker)

Thomas Krumenacker:
Kann eine naturverträgliche Energiewende noch gelingen? „Wir haben schon genug geopfert“

Schülerinnen und Schüler protestieren massenhaft für Klimaschutz, in Umfragen sehen immer mehr Bürger den Kampf gegen die Erderwärmung als wichtigste Aufgabe des Staates an und Wahlen – zuletzt zum Europäischen Parlament – katapultieren die Grünen in Rekordhöhen. Keine Frage: Der Klimaschutz bestimmt die gesellschaftliche Debatte und damit gewinnt auch die Energiewende weiter an Fahrt. Für den Arten- und Naturschutz bedeutet diese im Grundsatz positive Entwicklung zugleich eine immense Herausforderung. Denn der Kampf um die noch nutzungsfreien Flächen wird zwangsläufig härter werden. Wie kann eine naturverträgliche Energiewende dennoch gelingen? Zwei neue Untersuchungen geben dazu wichtige Hinweise.

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Wiesenschafstelzen (Foto: P. Roth)

Dieter Haas:
Erfolgreicher Schutz von Wiesenbrütern: Wiesen- oder Weidevögel?

Große Wirbeltiere, erst Riesenechsen, dann megaherbivore Säugetiere, gestalten seit circa 110 Millionen Jahren ganz wesentlich unsere Ökosysteme mit, durch ihren entscheidenden Einfluss auf die Evolution der höheren Pflanzen und der Kerbtierfauna. Heute bilden von der gesamten Biomasse aller Säugetiere der Erde allein 90% der Mensch und seine Nutztiere, mit zunehmender Tendenz. Daraus resultiert eine primäre Bedrohung unserer Ökosysteme, weil wir die von uns genutzten großen Weidetiere auch noch in Intensivhaltungen stecken und dort auf maximalen Fleischertrag trimmen. Solche Fakten fanden besonders in Süddeutschland seither naturschutzfachlich noch wenig Beachtung. Das erklärt die mangelnde Wirksamkeit vieler Artenschutzmaßnahmen gefährdeter Vogelpopulationen. Ein Blick auf andernorts schon sehr erfolgreiche Schutzprojekte könnte Vogelschützer animieren und befähigen, Aspekte naturnaher Herbivorie besser in Vogelschutzprojekte vor Ort zu integrieren.

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Veröffentlichungen
  • Fischer, S, B. Nicolai & D. Tolkmitt (Hrsg.): Die Vogelwelt der Landes Sachsen-Anhalt
  • Lienau, C. & H. Mattes: Griechenlands Nordosten. Eine geographisch-ökologische Landeskunde
  • Schmidt, C.: Mein Jahr am Ostseestrand
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